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Zoologie

Von den Farmern ausgerottet: Das Quagga

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Quaggas werden heute mehrheitlich als eine Unterart des Steppenzebras (Equus quagga) angesehen; die Ansicht, dass das Quagga eine eigene Tierart darstellte, wird nur noch von wenigen Zoologen geteilt. Das kann sich aber durchaus noch wieder ändern - Taxonomen und Systematiker sind eine experimentierfreudige Spezies, die gerne mal eine neue Art erfindet oder eine alte Art mit einer anderen vereinigt (Aktuelles Beispiel ist u.a. die Orang-Utan-Diskussion).

Verbreitung:
Das Quagga war in Teilen des südlichen Afrika verbreitet, vor allem im Gebiet der heutigen Republik Südafrika; auch im heutigen Namibia kamen Quaggas vor.

Aussehen:
Kopf und Hals waren wie bei einem ganz normalen Steppenzebra gestreift, die Streifen verlieren sich aber schnell, so dass der gesamte Körper einfarbig bräunlich ist. Die Beine waren ebenfalls ungestreift und ziemlich hell. Die Grösse entsprach dem heute noch die Region bewohnenden Zebra.

Gründe für die Ausrottung:
Die harmlosen Grasfresser wurden von den weissen Farmern wegen ihres Fleisches gejagt; aus den Häuten wurden u.a. stabile Ledersäcke gefertigt. Vor allem aber waren die Quaggas aus der Sicht der Farmer Nahrungskonkurrenten für ihre Rinder. Und last, not least galt das Abknallen von Wildtieren damals als ein attraktiver Sport, eine kulturlose Einstellung, über die wir heute nur noch lächeln können . . .

Was geblieben ist:
Die Ausrottung der Quaggas dürfte in den späten 1870er Jahren, also vor etwa 135 Jahren endgültig vollzogen worden sein. Das letzte Tier in Menschenobhut starb am 1883 im Artis-Zoo in Amsterdam; das Tier wurde präpariert und ist heute noch in Amsterdam zu sehen. Auch in mehreren deutschen Museen kann man ausgestopfte Quaggas sehen, z.B. in Frankfurt, Mainz, Wiesbaden, Berlin und München.

Rückzüchtungs-Bemühungen:
Mittlerweile gibt es sog. Rückzüchtungs-Bemühungen (Abbildzucht), ein unsinniges Projekt, mit dem man über Zuchtwahl beim Steppenzebra Tiere erhalten möchte, die dem Quagga ähnlich sehen. Biologisch gesehen könnte man genauso gut Zebras braun anstreichen; kulturell gesehen ist die Schande, diese Tierart ausgezurottet zu haben, durch so ein Projekt nicht wieder gut zu machen. Das Geld und die Kraft dafür sollte man lieber in den Erhalt der heutigen, aktuell überall bedrohten Tierwelt aufwenden.


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